AWO – Ohne Kontrolle

Die AWO, besser Arbeiterwohlfahrt, wurde im Jahre 1919 von Marie Juchacz, einer deutschen Sozialreformerin und Mitglied der Nationalversammlung, gegründet. Kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges versuchte sie zunächst, die Not der Kriegsgeschädigten zu lindern, indem sie Nähstuben, Mittagstische, Beratungsstellen und Werkstätten zur Selbsthilfe einrichtete.
Im Ergebnis der Erfolglosigkeit von Gleichschaltungsversuchen nach der Machtergreifung Adolf Hitlers wurde die Arbeiterwohlfahrt 1933 aufgelöst und verboten und erst 1948, drei Jahre nach dem Krieg, wieder neu aufgebaut.

Jetzt, im Juni 2016, hat die AWO gegen die Gleichschaltungsversuche des Systems verloren und veröffentlicht im Internet und in den Aushängen der AWO-Einrichtungen ein für Demokraten denkwürdiges Positionspapier. Verfassungsbruch pur unter dem Deckmantel, etwas Gutes zu tun.


Nürnberger Aktivisten von EinProzent.de haben aufgepasst.

 

Die AWO-Position:

Position des Bundesverbandes der Arbeiterwohlfahrt e.V. zum Umgang mit der Partei Alternative für Deutschland (AfD)

Die Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat sich im Jahr 2013 gegründet. Ihre anfängliche Ausrichtung war geprägt durch die Euro-Rettungspolitik. Mit dem Führungswechsel in der Parteispitze im Juli 2015 sowie den Flüchtlingsbewegungen seit dem Spätsommer 2015 hat sich die Partei aus Sicht der AWO zunehmend hin zum politisch rechten Rand orientiert und positioniert.

Führende Personen aus dem Kreis der AfD machen wiederholt mit völkischen, rassistischen und menschenverachtenden Parolen in der Öffentlichkeit Stimmung gegen schutzsuchende Menschen und auch gegen Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik mit Migrationshintergrund. Das steht im unvereinbaren Widerspruch zu den Grundwerten der AWO. Die wiederholten Äußerungen von AfD-Führungspersonen unterstreichen zusehends die Ausrichtung der Partei. Die AWO wird dieser Partei aktiv entgegentreten und ihr Gedankengut bekämpfen.

Auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass Mitarbeiter/-innen der AWO auch Mitglied bei der AfD sind, gilt es im Einzelfall zu prüfen, inwiefern der oder die Mitarbeiter/-in die teilweise rechtspopulistischen, völkischen und rechtsextremen Haltungen der Partei unterstützt. Das gleiche gilt für Engagierte und Mitglieder der AWO.

Die Vereinbarkeit einer Beschäftigung und einer Mitgliedschaft bei der AWO mit einer Mitgliedschaft bei der Partei Alternative für Deutschland (AfD) wird im Einzelfall entschieden. Grundlage für die Einschätzung muss das persönliche Gespräch und der jeweilige Einsatzort sein. Sollte ein/e Mitarbeiter/in oder ein Mitglied sich zu rechtsextremen, rassistischen und menschenverachtenden Äußerungen bekennen, ist eine Kündigung oder eine Auflösung der Mitgliedschaft anzustreben.

Für die Arbeiterwohlfahrt ist klar, dass sie geschlossen in allen Bereichen und auf allen Ebenen eine offene Auseinandersetzung mit der AfD sucht. Vor dem Hintergrund ihrer Werte wird die AWO Haltung zeigen und für gesellschaftlichen Zusammenhalt einstehen – gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsextremismus.

Präsidium Bundesverband Arbeiterwohlfahrt e.V.
10.06.2016

Hier den Text im Original geniessen ... ohne weitere Worte.

Ein Gedanke zu “AWO – Ohne Kontrolle

  1. Der Bundesverband der AWO versucht die Partei AFD innerhalb der Bevölkerung bzw. innerhalb der AWO-Mitarbeiterschaft verächtlich zu machen, indem er sie in die sogenannte „rechte Schmuddelecke“ zu schieben versucht. Man mag zur AFD stehen, wie man will… Es macht jedoch einen großen Unterschied, ob man versucht, jemanden pauschal des Rassismus und der Menschenverachtung zu bezichtigen oder ob man anerkennt, daß jemand (hier die AFD) nichts anderes tut, als die Handlungen unserer Regierung anzuprangern, welche sich ungeachtet eideutiger Rechtslage über das geltende Recht hinwegsetzt und massenweise sowie unkontrolliert Kulturfremde ins Land strömen läßt, die in ihrer Mehrzahlt weder Anspruch auf Zuerkennung von Asyl, noch auf Zuerkennung eines Bleiberechts als Flüchtling aufgrund der Genfer Konvention haben.

    Die Würde des Menschen ist unantastbar (Art. 1 Abs. 1 GG). Entsprechend darf einem AFD-Mitglied bzw. AFD-Unterstützer – wie einem Mitglied bzw. Unterstützer einer sonstigen Volkspartei auch – dessen Würde nicht aberkannt werden. Immerhin hat ein Jeder – also auch ein AFDler – (Art. 2 Abs. 1 GG) das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt. Er/sie darf sich also in freier Entscheidung derjenigen Partei zuwenden, von deren Parteiprogramm er/sie sich am besten vertreten sieht. Im übrigen hat der Bundesinnenminister Thomas de Maiziére während der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts am 28.06.2016 auf Fragen der anwesenden Journalisten, ob die AFD eine verfassungsfeindliche Partei ist, geantwortet: „Die AFD ist keine extremistische Partei und steht deshalb auch nicht unter Beobachtung des Bundesamtes für Verfassungsschutz, zumal sie nicht gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung verstößt“. Diese Feststellung des Bundesinnenministers sollte dem Bundesverband der AWO durchaus bekannt sein, egal welche Zielsetzung der Verband nach seiner Satzung bzw. seinem Grundsatzprogramm auch immer verfolgen mag.

    Ob ein Mitarbeiter mit der AFD sympathisiert, sie unterstützt oder ihr auch angehört, steht in dessen eigener freier Entscheidung. Der Bundesverband der AWO bewegt sich auf rechtlich sehr dünnem Eis, wenn er gemäß seines Positionspapiers vom 10.06.2016 verfährt und versucht, seine Mitarbeiter derart unter Druck zu setzen. Diese wären gut beraten, sich rigoros gegen eine derartige Nötigung und Einschüchterung – nötigenfalls rechtlich – der AWO gegenüber zur Wehr setzen. Niemand darf wegen seiner …. politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden (Art. 3 Abs. 3 GG).

    Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich (Art. 4 Abs. 1 GG). Im Interesse ihrer Mitarbeiter sowie im Interesse ihres öffentlichen Rufs täte die AWO gut daran, die Umsetzung ihres Positionspapiers angesichts der damit ausgelösten Rechtsverletzungen gründlichst zu überdenken.

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