Unser tödlich Brot

Nachdem sich meine letzten Beiträge in diesem Blog vor allem mit politischen und gesellschaftlichen Symptomen beschäftigt haben, ist es wieder einmal Zeit für einen Beitrag zum Thema Gesundheit. In der Werbewelt kursieren unzählbar viele Lügen und Täuschungen hinsichtlich dessen, was gesund ist. Beginnen wir einmal mit dem Brot.

Das Brot

Brot, so wie wir es aus der Bäckerei oder aus dem Supermarkt kennen, ist üblicherweise alles andere als ein gesundes Nahrungsmittel.
Nicht die Konservierungsmittel sind es, die das Brot suspekt erscheinen lassen, sondern seine Hauptzutat, das Weißmehl. Auch dunkle Brote werden meist mit Weißmehl gebacken und mit Malz gefärbt. Die Amerikaner färben das „German Bread“ sogar mit Kakao. Das gesündere Roggenmehl ist nur in bestimmten Regionen und in wenigen Supermärkten erhältlich.

Weißmehl schadet dem Körper

Weißmehl wird im menschlichen Körper sehr schnell zu Zucker umgewandelt. Der Umwandlungsprozess beginnt schon beim Kauen. Zucker wiederum löst Diabetes aus. Würde man heute Zucker als Lebensmittel zulassen wollen, würde die Zulassung wohl versagt. So tiefgreifend sind heute die Erkenntnisse über gesundheitliche Schäden durch Zucker. Wie auch der Katalysator eines Autos nicht endlos funktioniert, so schafft es die Bauchspeicherdrüse des Menschen, in etwa ein Tonne Zucker zu entsorgen, bevor der Zucker die Zellen und das Gewebe zerstört. Diabetes droht, mit tödlichen Folgen. Eine Tonne Zucker im ganzen Leben, also 34 g jeden Tag oder ein (!) stark gehäufter Esslöffel.
Vollkornmehl sättigt zwar besser wegen der Ballaststoffe, aber an dem grundsätzlichen Problem ändert es nichts, außer dass das Verhältnis Ballaststoffe zu Kohlenhydrate besser ist.
Knäckebrot ist zwar leicht, aber nur hinsichtlich des Gewichts, weil ihm das Wasser entzogen wurde. Ansonsten ist es ebenso kalorienreich wie anderes Brot.

Warum soviel Weißmehl

Weißmehl und sogar Zuckersirup stecken heute überall in der industriellen Nahrung. Der Anbau und die Verarbeitung von Mais und Weizen wurde im Laufe der Mechanisierung der Landwirtschaft immer einfacher. Von der Natur als reines Genussmittel gedacht, bekamen Weißmehl und Zucker damit immer mehr Präsenz in unseren Nahrungsmitteln. Teilweise wurde dies sogar politisch gefördert, um den Landwirten ein gutes Einkommen zu sichern, wie beim Maisanbau in den USA.

Viele Brote haben nach der Herstellung eine Konsistenz wie Schaumstoff. Es sieht nach viel aus, aber es macht nicht satt und verführt zu viel kalorienhaltigem Belag.

Wenn man sich die Zutatenliste von Industriebrot oder Backmischungen ansieht, findet man dort viele Stoffe, die man selbst spontan nicht ins Brot schütten würde. Die hektische Gesellschaft hat uns die Gedanken, was gut ist, allerdings abtrainiert.

Natürliches Brot mit Sauerteig

Die Herstellung von natürlichem Sauerteig ist sehr einfach:

Man benötigt dazu nur 2 Zutaten, nämlich Roggenmehl und Wasser sowie eine sauber Schüssel mit aufliegendem Deckel.

Bevor man das erste eigene Sauerteigbrot essen kann, vergehen jedoch 3-4 Tage.
Wenn der Grundansatz einmal fertig ist, reicht ein Tag

Sauerteig entsteht durch Gärung von Kohlenhydraten, ähnlich wie Alkohol und Essig.
Gären Kohlenhydrate unter Luftabschluss, entsteht Alkohol. Gären sie unter ständiger Verfügbarkeit von Sauerstoff, entsteht Essigsäure. Damit ist klar, warum der Sauerteig sauer ist.

1. Schritt:
In eine saubere, frisch gespülte Schüssel füllt man 150 g Roggenmehl und 150 ml körperwarmes Wasser und vermischt beides zu einem klumpenfreien Brei.
Die Schüssel wird abgedeckt und 1-2 Tage an einen waren Ort gestellt.

2. Schritt:
Die Schüssel wird geöffnet, und es werden wieder 150 g Roggenmehl und 150 ml körperwarmes Wasser hinzugeben und zu einem klumpenfreien Brei vermischt.
Anschließend bekommt der Teig wieder einen Tag Ruhe in der abgedeckten Schüssel am warmen Ort.

3. Schritt:
Nachdem nun schon 300g Mehl und 300 ml Wasser in der Schüssel gären, werden die Menge nun noch einmal verdoppelt. Man schüttet also 300 g Roggenmehl und 300 ml lauwarmes Wasser dazu und vermengt die Masse abermals gut.

Nach weiteren 12 Stunden ist der Sauerteig fertig. Dies erkennt man an seiner schaumigen Konsistenz, die von dem durch die Gärung entstanden Kohlendioxid herrührt.
Wer will nun noch behaupten, dass er etwas gegen Chemie hat. Kochen und Backen ist Chemie pur, auch wenn man nur natürliche Zutaten verwendet.

Mit ca. einem Viertel der Menge des fertigen Sauerteigs kann man einen neuen Ansatz starten, um das nächste Brot nur noch mit 12 h Vorlauf herstellen zu können.
Man kann ihn auch eine Weile im Kühlschrank lagern; die Kühlschranktemperatur stoppt den Gärungsprozess. Dieser kommt aber schnell wieder in Gang, wenn man den Teig mit 300 g frischem Mehl und 300 ml warmem Wasser füttert und alles wieder in einer frischen Schüssel an den warmen Ort stellt.

Backen
Mit der Hauptmenge bäckt man sein Brot.

Es gibt keinen Grund, dem Brotteig Weizen-, Kartoffel- oder Maismehl zuzusetzen. Auch nicht andere leicht verdauliche Kohlenhydrate wie Kartoffeln oder geriebene Möhren. Ist der Teig zu flüssig, kommt Roggenmehl dazu. Es kann nicht schaden
Hingegen kann man dem Teig etwas Meersalz (ohne Job und Fluoride) zusetzen sowie reichlich gehackte Nüsse, Leinsamen, Kürbiskerne oder Sonnenblumenkerne. Es ist kein Problem, wenn die Sauerteigmenge alleine nur die Hälfte des gesamten Brotteigs ausmacht. Oder warum nicht auch mal mit Hackfleisch füllen. Achtet einfach auf die leicht verdaulichen Kohlenhydrate. Traubenzucker wurde noch vor kurzem mit dem SloaSeid einfach kreativ und hört auf damit, nach Rezept immer das gleiche Brot backen zu wollen. Wir sind hier nicht bei McDonalds.

Alles wird vermischt, in eine Kastenform gegeben oder auch ein Laib geformt und nochmals gehen gelassen.
Das anschliessende Backen bei mittlerer Hitze dauert 60 bis 90 Minuten, je nach gewünschtem Bräunungsgrad.

Beim Brot selbst hört es nicht auf

Beim Genuss des fertigen Brotes sollte das Nachdenken jedoch nicht aufhören. Die meisten werden es pur genießen wollen oder mit Butter. Vielleicht auch Olivenöl und Knoblauch. Gehärtete Schmierstoffe, was Margarine letztlich ist, gehören dort nicht drauf. Und schon gar keine Wursterzeugnisse mit ihrem hohen Fett- und Salzanteil, mit Pökelsalz, Aromen und in denen auch Schlachtabfällen wie Schweinefüße, Ohren und Schnauzen nicht fehlen. Selbstverständlich keine Produkte, die die Verarbeitungsfirma mit Hilfe von Enzymen in eine schöne Form zusammenwachsen lies, wie bei neun von zehn Sorten Kochschinken.
Also entweder Roastbeef, eine Scheibe gebratener Schweinenacken oder auch eine Scheibe Schinken, der noch so aussieht, wie ihn die Natur wachsen ließ, wird diesem Brot gerecht.
Natürlich auch alle Arten von Biofisch. Gesund sind grundsätzlich nur geringverarbeitete Lebensmittel.

Paleo

Das wäre dann auch fast „Paleo“, aber nur fast. Von allen bekannten Ernährungsarten kommt die Paleo-Diät unserem biologischen Nahrungsbedarf buchstäblich seit Urzeiten am besten nach. In der Paleo-Diät sind Brot und Nudeln komplett tabu wie auch alle anderen Kohlenhydrate.

Erlaubt ist lediglich Leinmehl oder Linsenmehl als Zutat. Beides lässt sich allerdings nicht wie der Roggen vergären, so dass man auf andere, wiederum ungesunde Backtriebmittel angewiesen ist.

Bildquelle: web_R_K_B_by_Lupo www.pixelio.de